Ukrainefrieden = Fehler NATO-Osterweiterung zugeben!

Endlich »Fakten statt Glauben» zur Erlangung von Frieden! Am Bekanntheitsgrad gemessen, steht sich wohl kaum etwas diametraler entgegen, als der erfolgreichste Polit-Podcast Deutschlands „Lanz & Precht“ und das unpopulärste Sachbuch »Mein Gottesstaat«. Doch völlig gleich scheinen sich beide in ihrer Streit- und Diskussionskultur. Besonders, wenn es um das radikal totgeschwiegene Thema Frieden durch Bekenntnis der vom »NATO-Glauben auf Teufel komm raus« vorsätzlich begangenen Fehler geht, »wodurch 2014 der „Ukrainekrieg“ ausgelöst worden war«, wie Mein Gottesstaat behauptet. Entsprechend folgert auch der sich an objektivierbaren Fakten orientierende Philosoph Richard David Precht in der neuesten Lanz & Precht-Folge die Lösung: „NATO-Osterweiterung als Fehler zugeben – dann Frieden!“ Was den brennend Politiker-gläubigen Kloster-Schüler Markus Lanz in Rage versetzt. Wie sehr, dazu nachfolgend einige Zitate.

Folge 227: Venezuela, Grönland – die neue Zeit der Raubtiere?
Precht:
„…hier beginnt von Seiten der Europäer ein bisschen der Glaube an die eigene Grundüberzeugung, von der Verbindlichkeit des Völkerrechts und so weiter, zu schwinden.“
Lanz: „Ich sehe das tatsächlich anders, Richard. Ich sehe es wirklich ganz anders.“
Precht: „Jetzt bin ich gespannt!“
Lanz: „Ich glaube, dass wir – also a) für mich ist das zu hart im Urteil, wenn Du sagst, wir sind da sozusagen nicht mehr sauber, wenn es um die Frage geht, was ist Gut und was ist Böse, und was ist Völkerrecht und was ist nicht. Ich würde immer sagen: Die Leute, die ich in meiner tätlichen Arbeit treffe, deutsche Politiker, die gerade Verantwortung tragen, das sind Menschen, die sich ihrer Verantwortung sehr bewusst sind … Wir sitzen gerade in Paris zusammen und versuchen, irgendwie einen Friedensprozess in der Ukraine in Gang zu kriegen.“

Precht: „Bleibt ein Widerspruch zwischen Frieden schaffen und europäische Interessen berücksichtigen! Das ist im Grunde genommen ja gerade der Knackpunkt an der ganzen Sache. Frieden schaffen wäre der ursprüngliche 28-, 29-Punkteplan gewesen. Da haben die Russen sozusagen mitbestimmt, da haben die mitdiktiert dran: Das sind die Bedingungen, unter denen die Russen möglicherweise einen Frieden machen würden. Die Europäer haben dafür gesorgt, dass dieses Papier, das ein Diktatfrieden für die Ukraine ist, dass das jetzt erstmal vom Tisch ist … Das Ergebnis ist: Wenn wir einen Diktatfrieden verhindern wollen, und wenn wir die europäischen Sicherheitsinteressen – so wie wir sie bisher definieren, militärisch definieren – wenn wir wollen, dass all das berücksichtigt wird es in der Ukraine keinen Frieden geben. Das ist das Ergebnis! Und dann wird der Krieg weitergehen, und irgendwann wird er noch schlechter für die Ukraine ausgehen. Und dann wird er noch brutaler für die Ukraine aussehen. Und das ist die vermutlich realistische Beschreibung der gegenwärtigen Situation…

…Es gibt eine Lösung. Aber zu der ist Merz ja nicht bereit. Ich habe das ja neulich bei Maybrit Illner kritisiert – und ich kann das nicht oft genug sagen – die Lösung, die wir tatsächlich haben, wäre, über die Vorgeschichte des Ukrainekrieges mit den Russen zu reden und zu sagen, „dass die NATO-Osterweiterung – so, wie wir sie betrieben haben – als weitere Ausweitung der Machtsphäre der USA … das wir Europäer da einen Fehler gemacht haben, und dass wir eine neue europäische Sicherheitsarchitektur unter Einbezug Russlands aufbauen wollen.“ Wenn wir den Satz sagen, gibt es Frieden in der Ukraine.
– Und eben diese Vorgeschichte bis zu dieser einfachen Lösung beschreibt auch „Mein Gottesstaat“ en détail. That’s it. Full stop. Und mögen gottesstaatliche TV-Geister wie Makus Lanz noch so gegen diesen Frieden wettern. –